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  • RA Benedikt Wolf

„Du sollst nicht stehlen!“ - Nicht nur ein Gebot in der christlichen Bibel.

Auch auf den Pflichtteilsanspruch kann sich ein strafrechtlich relevantes Verhalten gravierend auswirken. Grundsätzlich hat zwar dem Pflichtteilsberechtigten die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs zu verbleiben. Nicht so jedoch, wenn die in § 2333 BGB normierten Voraussetzungen für die Entziehung des Pflichtteils erfüllt sind. Dass sogar ein Diebstahl für die „Enterbung“ in Gänze ausreichen kann, hat jetzt das Oberlandesgericht in Stuttgart (Beschluss vom 24.01.2019, Az.: 19 U 80/18) entschieden.


Streitgegenständlich war ein Bargeldbetrag in Höhe von 6.100 DM, der zum Nachteil des Erbfalls entwendet wurde. Selbst der Umstand, dass der Enterbte über vier Jahre hinweg beim Erblasser wohnte, lässt die Verfehlung nicht so einfach entfallen. Entscheidend waren im dortigen Verfahren, wie so oft, die Umstände des Einzelfalls.


Mit anderen Worten, ist jeder Fall gesondert zu begutachten und zu behandeln.


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