• RA Benedikt Wolf

Fragen und Antworten zum Thema Arbeitszeugnis

Nachstehend sollen einige Fragen beantwortet werden, die sich um das Thema "Arbeitszeugnis" ranken.


1. Habe ich einen Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses?


Ja.  In § 630 S. 1 BGB heißt es ganz klar:

"Bei der Beendigung eines dauernden Dienstverhältnisses kann der Verpflichtete von dem anderen Teil ein schriftliches Zeugnis über das Dienstverhältnis und dessen Dauer fordern."


2. Welche Art von Arbeitszeugnissen gibt es?


Es wird zwischen einfachen und qualifizierten Arbeitszeugnissen unterschieden.

Ein einfaches Zeugnis führt nur Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses auf. Das qualifizierte Zeugnis hingegen muss Angaben zu Leistung und Verhalten enthalten, vgl. § 630 Abs. 2 BGB.


3. Ist gesetzlich eine Form für das Arbeitszeugnis vorgeschrieben?


Das Zeugnis muss schriftlich ausgestellt werden. Eine elektronische Ausfertigung ist nicht ausreichend.


4. Darf mich der Arbeitgeber willkürlich beurteilen?


Nein. Die höchstrichterliche Rechtsprechung besagt, dass die Formulierung des Arbeitszeugnisses grundsätzlich wohlwollend sein muss. Nach Bundesarbeitsgerichtsrechtsprechung ist der Regelfall eine durchschnittliche Beurteilung, was im Schulnotensystem der Zensur 3 entspricht. Möchte der Arbeitnehmer eine bessere Beurteilung aufgeführt wissen, muss er dies in einem Gerichtsverfahren auch beweisen. Umgekehrt trifft den Arbeitgeber die Pflicht zur Erbringung eines Beweises, wenn dieser den Arbeitnehmer unterdurchschnittlich bewerten möchte.


5. Wie lange kann ich mein Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber fordern?


Auch hier gilt zunächst die gesetzliche Regelverjährung von drei Jahren. Jedoch ist die Rechtsprechung streng im Umgang mit der davon zu trennenden Thematik "Verwirkung". Für die Verwirkung erforderlich ist ein Zeit- und Umstandsmoment. Starre Grenzen gibt es gleichwohl nicht. Es sind die Umstände des Einzelfalls entscheidend. Keinesfalls sollte man zu lange zögern, das Arbeitszeugnis anzufordern oder dem Arbeitgeber zu verstehen geben, dass man ein Arbeitszeugnis nicht braucht.


Gerne beraten wir Sie zu Fragen rund um das Arbeitszeugnis.




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