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  • RA Benedikt Wolf

Rechtsschutzversicherung - Ja oder Nein?

Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung?

– Ein Überblick über Leistungsumfang und Grundzüge des Kostenrechts


Auch hier gilt der oft von Juristen ausgesprochene Satz: „Das kommt drauf an.“


Sicher haben Sie schon gehört, dass ein Schreiben vom Anwalt mehrere Hundert Euro kosten kann. Praktisch wenn eine Versicherung die Kosten übernimmt - so könnte man nun denken. Ganz so einfach ist es aber gar nicht: Die Anwaltsgebühren sind gesetzlich geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Sie orientieren sich am sog. Gegenstandswert.


Das nachstehende Beispiel soll den Normierungen Leben einhauchen und das spröde Gesetz verständlicher werden lassen.


Beispiel:


Herr Kurt kauft von Frau Vogel einen Schrank zum Preis von 500,00 €. Er nimmt den Schrank mit, bezahlt diesen aber nicht. Frau Vogel möchte den Kaufpreisanspruch durchsetzen und beauftragt einen Rechtsanwalt. Herr Kurt beauftragt ebenfalls einen Anwalt zur Abwehr der aus seiner Sicht unberechtigten Forderung.


Der Gegenstandswert bestimmt sich nach dem rechtlichen Interesse. Dieses liegt hier bei der Zahlung des Geldbetrages in Höhe von 500,00 € und stellt den relevanten Wert dar.

Die außergerichtliche Tätigkeit wird bei der Abrechnung regelmäßig mit dem Mittelwert, also dem Faktor 1,3 angesetzt. Demnach fallen hier Kosten in Höhe von 83,54 € an.


Lassen wir in unserem Beispiel die außergerichtliche Erledigung scheitern. Mit anderen Worten muss Frau Vogel jetzt klagen. Im Gerichtsverfahren fallen, wenn ein Termin nötig wird, weitere Rechtsanwaltskosten in Höhe von 118,88 € an. Die eigenen Anwaltskosten betragen hier somit 202,42 €. Die Gerichtskosten betragen sämtlich 105,00 €.


So viel zum eigenen Risiko. Das Zivilprozessrecht besagt im Grundsatz, dass derjenige der den Prozess verliert, die Kosten zu tragen hat. Der Verlierer zahlt also beide Anwälte und die vollen Gerichtskosten. Somit haben Frau Vogel und Herr Kurt ein Prozesskostenrisiko von gesamt 509,84 €.


Wandeln wir dieses Beispiel nun geringfügig ab:


Beispiel (Variante):

Der Kaufgegenstand ist nicht ein Schrank, sondern ein gebrauchter Oberklasse-PKW zum Preis von 25.000,00 €. Das Prozessrisiko beträgt jetzt sage und schreibe 7.115,84 €. Dabei sind noch keine Zeugengelder, Fahrtkosten o. Ä. erfasst. Diese Kosten zusätzlich erfasst und ein Gutachten im Gerichtsverfahren würde das Risiko mindestens an die Grenze von 10.000,00 € treiben.


Fazit:

Man kann zusammenfassend festhalten, dass sich eine pauschale Antwort verbietet. Jeder potentiell Versicherte sollte seine eigene Lebenssituation kritisch hinterfragen und die Risiken bewerten. Zu den wichtigsten zu versichernden Rechtsgebieten gehören u. a. das Arbeitsrecht, Verkehrsrecht und Mietrecht. Eine erste Honorareinschätzung ist stets kostenlos. Zögern Sie nicht und schildern uns Ihren Fall!


- Ihr Rechtsanwalt Benedikt Wolf aus Straubing -