• RA Benedikt Wolf

„Rollenden Autos soll man sich nicht in den Weg stellen.“

Diese Aussage hat das Oberlandesgericht Köln mit Urteil vom 05.07.2019 - Az. 6 U 234/18 sinngemäß getroffen.

Im dortigen Verfahren bemerkte der verletzte Kläger, dass das Fahrzeug seiner Lebensgefährtin rückwärts die abschüssige Hauseinfahrt zu rollen begann. Der Kläger eilte hinter das Fahrzeug und versuchte aufzuhalten. Wegen des Gewichtes des Fahrzeugs war ihm dies nicht mehr möglich. Er wurde vom PKW überrollt, mitgezogen und erlitt schwere Verletzungen. Infolgedessen forderte der Kläger Schmerzensgeld. Wegen der speziellen Lage stellte das Gericht ein erhebliches Eigenverschulden fest und taxierte das Mitverschulden des Klägers auf 70 Prozent.

Entscheidend war laut Urteil, dass man die Gefahr des rollenden Autos unter Berücksichtigung des hohen Gewichts erkennen musste. Andererseits handelte es sich um eine Entscheidung, die binnen wenigen Augenblicken zu treffen war.

Damit hat das Oberlandesgericht die erstinstanzliche Entscheidung bestätigt.


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