• RA Benedikt Wolf

Was unterscheidet eine gefährliche Körperverletzung von einer schweren Körperverletzung?

Zunächst einmal handelt es sich bei beiden Straftatbeständen um sog. Qualifikationen. Das bedeutet, dass dafür der Grundtatbestand, hier Körperverletzung gem. § 223 Abs. 1 StGB erfüllt sein muss.


Eine Körperverletzung ist ausweislich des Gesetzeswortlautes eine körperliche Misshandlung

(unangemessene Behandlung, die zu einer nicht nur unerheblichen Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens oder der körperlichen Unversehrtheit führt) oder eine Gesundheitsschädigung (Hervorrufen, Aufrechthalten oder Steigern eines krankhaften Zustandes).


Die Voraussetzungen der gefährlichen Körperverletzung sind in § 224 StGB geregelt.


§ 224 Gefährliche Körperverletzung


(1) Wer die Körperverletzung


1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,

2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,

3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,

4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder

5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung


begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.


(2) Der Versuch ist strafbar.


Zusammenfassend kann man sagen, dass das Gesetz bei der gefährlichen Körperverletzung die Art der Ausführung als Qualifizierung bedingt. Eine Besprechung der einzelnen Alternativen würde hier zu weit führen.


Der Wortlaut der schweren Körperverletzung ist:


§ 226 Schwere Körperverletzung


(1) Hat die Körperverletzung zur Folge, dass die verletzte Person


1. das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,

2. ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder

3. in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.


(2) Verursacht der Täter eine der in Absatz 1 bezeichneten Folgen absichtlich oder wissentlich, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.


(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf

Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn

Jahren zu erkennen.


Dem aufmerksamen Leser fällt sofort auf, dass es diese Norm die besonderen tatbestandlichen Erfolge der Körperverletzung sanktioniert. Der Jurist spricht hierbei von einer Erfolgsqualifikation.


Hinsichtlich beider Delikte gibt es eine Vielzahl von juristischen Streitpunkten und Meinungsverschiedenheiten. Im Einzelfall empfiehlt sich daher eine individuelle Beratung.


Ihr Rechtsanwalt Benedikt Wolf



Corona     Covid-19    Virus      Kurzarbeit        Zwangsurlaub        Maskenpflicht     Covid

SARS-CoV-2           Reise stornieren            Aufhebungsvertrag    Kündigung      Watzl 

|

© Wolf Rechtsanwalt

Anwalt Straubing                           Arbeitsrecht          Strafrecht           Scheidung Anwalt Straubing

Scheidungsanwalt Straubing   Erbrecht                   Zivilrecht            Scheidung Straubing

Rechtsanwalt Straubing             Verkehrsrecht       Familienrecht   Anwalt Strafrecht Straubing