• RA Benedikt Wolf

Wer bekommt eigentlich bei einer Scheidung den Hund?

Mit dieser Frage hatte sich u. a. das Amtsgericht München beschäftigt.


Das Amtsgericht hat unter dem Aktenzeichen 523 F 9430/18 am 02.01.2019 einen Beschluss gefasst. Die Entscheidung ist zwischenzeitlich rechtskräftig und damit unanfechtbar.


Die getrennt lebende Ehefrau forderte von Ihrem Ehemann mindestens einen der beiden Bobtailmischlinge zu ihren Händen. Die Hunde hatte das Ehepaar während der Ehezeit erworben. Nach § 1568b II BGB analog ist davon auszugehen, dass die Hunde im Miteigentum beider Ehegatten stehen. Sie sind zudem im rechtlichen Sinne "Hausrat" und nach "Billigkeit" zuzuweisen. Gleichwohl hat das Gericht richtig erkannt, dass die Belange der Tiere bei der Entscheidung Berücksichtigung finden müssen. Maßgeblich für die Entscheidungsfindung war daher, wer Hauptbezugsperson für die Hunde ist. Dies aber unabhängig davon, wer die Hunde während der Ehe betreut und versorgt hat.


Nachdem der Antragsgegner die Hunde über einen nicht unerheblichen Zeitraum pflegte und versorgte, ist das Gericht bei ihm von der Hauptbezugsperson ausgegangen. Berücksichtigt wurde dabei auch, dass die beiden Hunde untereinander eine gute Bindung aufgebaut hatten. Nachdem das erkennende Gericht davon ausging, dass man die Hunde als Rudelwesen deshalb nicht trennen sollte und diese weiter eine Hauptbezugsperson gefunden haben, hat das Gericht die Klage abgewiesen.


An dieser Stelle sei abschließend der Hinweis erlaubt, dass diese Entscheidung nicht zwingend verallgemeinerungsfähig ist. Nicht selten können minimale Nuancen im Sachverhalt zu einer anderen Entscheidung der Rechtsprechung führen.




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